Mitgliederversammlung des KSB Ilm-Kreis

Geschrieben von Susanne am in Allgemein

Zeitungsatrikel von Berit Richter erschienen im Freien Wort am 09.05.2019

Der Kreissportbund bleibt mit seinen über 18 000 Mitgliedern die größte Organisation im Kreis. Die Gebietsreform sorgt aber für Schwund.

Arnstadt – „Bei allen großen und kleinen Sorgen und Problemen, die wir in den Sportgemeinschaften und Sportverbänden haben, können wir jedoch eine positive Bilanz in der Entwicklung des Sports aufzeigen“, sagte Alois Bühls, Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB) des Ilm-Kreises, zur Jahreshauptversammlung. Vor allem werde es immer schwieriger „engagierte und qualifizierte Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen“. Dies sei eine große Herausforderung.

Auch bei den Mitgliederzahlen gab es „nach jahrelanger positiver Entwicklung“ erstmals einen Rückgang. Schuld daran ist die Gebietsreform, denn sie kostete den Ilm-Kreis mit dem GutsMuths-Rennsteiglaufverein den größten Sportverein. Insgesamt gingen durch den Weggang von Schmiedefeld und Gehlberg 1 400 Mitglieder verloren, so dass nun noch 18 385 in 187 Vereinen registriert sind. „Betrachtet man nur diese Vereine haben wir aber einen leichten Zuwachs um 65 Mitglieder“, erklärte Bühls.

Nachholbedarf gibt es vor allem bei den weiblichen Vereinsmitgliedern. Hier sank die Zahl um 353 auf 7 071. Erfreulich ist hingegen die Zahl der 5 500 sporttreibenden Kinder und Jugendlichen. „51,5 Prozent der Sieben- bis 14-Jährigen im Ilm-Kreis sind Mitglied in einem Sportverein“, sagte Daniela Welters, Vorsitzende der Kreissportjugend. „Damit ist der Ilm-Kreis einer von wenigen Kreisen, der das Ziel des Landessportbundes von einem Organisationsgrad von 50 Prozent übertreffen konnte.“

Mitgliederstärkste Sportart bleibt „König Fußball“ mit 4 673 Mitgliedern in 51 Vereinen gefolgt von Turnen/Gymnastik (2 582 in 68) und Reha-/Behindertensport (1 224 in 9). In 15 Sportarten wurden Kreisjugendspiele mit insgesamt 984 Teilnehmern abgehalten. 19 Sportvereine kooperieren zudem mit 41 Schulen, um so weiteren Sportnachwuchs zu gewinnen.

Alois Bühls erinnerte auch an die zahlreichen Erfolge, welche Sportler aus den Ilm-Kreis als Werbeträger in aller Welt feiern konnte, von Erik Lesser und Dajana Eitberger bis zu erfolgreichen Senioren wie Skilangläufer Bernhard Schneider und Nachwuchsathleten wie Gewichtheberin Julia Perlt oder Rodler Carlos Stang.

„Eine wichtige Rolle für den organisierten Spielbetrieb spielt die Ausbildung von Übungsleitern, Kampfrichtern und Schiedsrichtern. Sie sorgen letztlich für eine regelmäßige und fachlich qualifizierte Betreuung unserer Vereinsmitglieder“, mahnte Alois Bühls an. Vor allem die Gewinnung von Übungsleitern im Kinder und Jugendbereich „sollte in jedem Vereine eine der Hauptaufgaben sein.“ Aktuell gibt es 540 lizensierte Trainer im Kreis.

Junge Menschen in Verantwortung lassen, „ruhig auch ihre eigenen Fehler machen lassen, aus denen lernt man“, riet Daniela Welters mit Blick auf Generationswechsel in den Vereinsspitzen. Für ihre Sportjugend konnte sie ebenfalls eine positive Bilanz ziehen. Veranstaltungen wie die Kita-Sportfeste, die Skifreizeit in Österreich oder der Schultriathlon kamen gut an. In diesem Jahr sollen aber auch neue Formate entwickelt werden, kündigte sie an. So möchte man sich am von der Thüringer Sportjugend geplanten Austausch mit griechischen Jugendlichen beteiligen, der sich vor allem an die Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen richtet. „Für die gibt es bisher wenig Angebote“, so Welters. Auch werde man ein Programm zu einem Besuch am „Point Alpha“ erarbeiten.

2019 wurde vom Sportbund zum „Jahr des Schulsports“ erklärt. In dessen Rahmen soll am 7. Juni im Arnstädter Bad ein „Zwölf-Stunden-Schwimmen“ stattfinden, in dem Schüler aus Arnstadt und Ilmenau gegeneinander antreten.

Wichtig für den Sport, so Alois Bühls, seien aber auch die Rahmenbedingungen. Die „kontinuierliche Sanierung von Sportstätten“ gehe im Ilm-Kreis weiter. Es könne eingeschätzt werden, „dass die Entwicklung und Erhaltung von Sportstätten einen hohen Stellenwert einnimmt.“ Dies bleibe hoffentlich auch in Zukunft so. Dass der Ilm-Kreis bereits jetzt, noch bevor es das neue Thüringer Sportfördergesetz fordert, seien Hallen zur kostenlosen Nutzung bereit stelle, das sei nicht in allen Kreisen so, ergänzte Thosasm Zirkel, der neue Geschäftsführer des Landessportbundes. Er räumte aber auch ein, dass es im Rahmen der Gesetzesumsetzung noch einiges zu klären gäbe, vor allem wie mit der Nutzung von Bädern für Training und Wettkampf zu verfahren sei.

Auch die Vereinsvertreter beschäftigt die Gebietsreform. Längere Wege, mehr Formalitäten, wenn man etwas von der Verwaltung in den Großkommunen wolle, so die geäußerten Befürchtungen. Der Landrätin gab man mit auf den Weg. Die Schließzeiten der Hallen doch so gering wie möglich zu halten. Petra Enders warb für Verständnis, dass diese wegen Wartungsarbeiten nötig seien.

Sowohl Kreissportbund wie auch Sportjugend werden in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Dass man eine „gute Bilanz der Entwicklung“ ziehen könne, sei vor allem „der große Verdienst unserer Vereine und Sportverbände mit ihren verantwortungsbewussten Mitgliedern, Übungsleitern und Funktionären, die in ehrenamtlicher Arbeit in unzähligen Stunden zur Entwicklung des Sports beitragen“, dankte Alois Bühls.

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